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Im Gespräch mit Geschäftsführer Klaus GoldauKlaus-interview

 

Optimieren geht immer

 

Wofür braucht Sie ein Supermarkt oder ein Unternehmer, der ein Bistro plant?

„Einzelhändler und Gastronomen haben meistens eine nur vage Idee davon, wie sie eine Modernisierung oder Neuplanung sinn- und wirkungsvoll in die Tat umsetzen. Oft stecken sie fest, drehen sich gedanklich im Kreis oder sind drauf und dran, sich zu verrennen. An den eigenen Geschichten ist man zu nah dran, man wird betriebsblind – ein ganz normaler Vorgang im alltäglichen Hamsterrad. Wir weisen die Wege abseits der Trampelpfade und ermöglichen neue Perspektiven auf das eigene Unternehmen. So bergen wir das wirkliche Optimierungspotenzial eines Projekts.“

Daher messen Sie dem Vorgespräch mit dem Kunden zentrale Bedeutung bei…!?

„Wir sehen uns als Gesprächs- und Sparringspartner für Gedankenspiele, Brainstorming und Problemlösung. Gemeinsam arbeiten wir das Thema heraus, in dem ein Unternehmer Input sucht, sich neu aufstellen oder weiterkommen will. Das Gespräch ist das Barometer eines Vorhabens, das die konkrete Aufgabenstellung oft überhaupt erst anzeigt und greifbar macht.“

Was wird dabei – zum Beispiel – geklärt?

Was gibt ein Standort her? Ist die Wunsch-Zielgruppe am Standort anzutreffen? Welche Produktbereiche sollen herausgestellt werden? Wie kommt ein Kunde in den Laden hinein, welche Laufwege sind ergonomisch? Passen die Warengruppen und Abteilungen zu Standort, Grundriss und Zielgruppe? Wir gleichen Vorstellungen, Wünsche und Ziele der Kunden mit der realen Bedingungen ab und prüfen, ob sie schlüssig, konsistent und machbar sind. Auch schlicht der Wunsch nach ‚Umsatzsteigerung‘ kann eine Zielsetzung sein – denn so gut wie jede Fläche kann optimiert werden.“

 

Ein Storybook für jeden Store  

 

Gehört die Standort-Analyse bei redsquare zur Projektplanung?

„In der Grundriss- oder Layout-Planung erstellen wir die Grundkonzeption einer Fläche unter Berücksichtigung aller äußerer Standortbedingungen, also Lage, Anfahrt, Belieferung, Parkplatz, Kundenwege, Eingang, etc.. Abteilungen, Theken, Regale, Sitzzonen, Kundenlauf und Kundenströme werden im gesamten Kontext auf der Fläche definiert. Auf alle logischen und ergonomischen Gesichtspunkte abgeklopft, setzen wir einen Entwurf in 3-D-Visualisierungen um, die als Anschauungsmaterial und Diskussionsgrundlage für den Kunden dienen. Unsere Projektentwicklungen enthalten natürlich das Design- und Farbkonzept, also die Materialität und Farbgebung von Wänden, Decken, Böden und Mobiliar, ein individuelles Orientierungs- und Kommunikationskonzept sowie Details wie grafische Elemente, Bildsprache, Bildschirme etc.“ 

Wie wird der Entwurf an die Bauleitung und Gewerke vermittelt?

„Auf der Basis des Entwurfs entwickeln wir ein Storybook, das ausnahmslos alle Details eines Entwurfs darstellt. Das bis zu 120 Seiten dicke Manual dient Bauleiter, Handwerkern und der gesamte Baustelle als Leitfaden, da damit jede gestalterische Frage unmissverständlich beantwortet werden kann.“

 

Getränkemärkte ohne Garagenfeeling

 

Neben den gestalterischen Themen sind Sie also auch Partner in technischen und baulichen Fragen?

Rohre, Wasseranschlüsse, Medien, Kabel, Lüftung, Abzüge etc. sind entscheidende Parameter im Food-Sektor. Von der technischen Planung und einer klugen Positionierung der Systemtheken, Kochmodule, Kühlschränke und Spezialmöbeln kann das Schicksal eines Lebensmittelmarkts abhängen. In knapp der Hälfte unserer Projekte verantworten wir neben dem Design auch Werkplanung, technische Infrastruktur sowie die Koordination und Überwachung der Gewerke bis hin zur schlüsselfertigen Übergabe. Als Industrie- und Produktdesigner sind wir großflächiges, gesamtheitliches Arbeiten sozusagen von Natur aus gewohnt.“

Warum ist diese Zweigleisigkeit aus Technik und Design heute strategischer Faktor?

„Die rein funktionale Warenversorgung gehört der Vergangenheit an. Die Ansprüche der Kunden an ihre Einkaufsumgebung sind gestiegen. Der Lebensmitteleinzelhandel und die neuen Gastro-Formate steigen konsequent auf die neuen Verbraucherwünsche ein und entwickeln innovative Einkaufs-Szenarien mit guter Atmosphäre. Selbst die Discounter verbreitern ihre Gänge, erhöhen den Kundenkomfort und upgraden sukzessive ihr Store-Layout. Die Ära der rein funktionalen Ladenformate wie zum Beispiel Getränkemärkte mit diesem typischen Garagenfeeling neigt sich ihrem Ende zu. Eine ansprechende Optik und eine funktionale Ausstattung mit sehr guter Bedienbarkeit werden bald überall State-of-the-Art sein. Bei uns geht technische Kompetenz Hand-in-Hand mit dem Design. Und viele Bauherren wollen alles aus einer Hand und schätzen es, einen einzigen Ansprechpartner für alle Belange zu haben.“

 

Die Schönheit der Kühltheke

 

In der Regel kann man Designern nicht unbedingt mit technischen Raffinessen kommen, Sie jedoch verfallen ins Schwärmen, wenn es um die Planung einer Kühltheke geht. Wie kommt das?

„Mit fundierter Erfahrung aus dem Kühlmöbelbau und dem Blick des Industriedesigners liegt einer unserer Schwerpunkte auf den funktionsgetriebenen Möbeln in Einzelhandel und Gastronomie – bei denen allerdings ein echter Entwicklungsnotstand herrscht. Viele marktübliche Bedientheken, Tiefkühltruhen, semivertikale und vertikale Kühlmöbel sind ergonomisch schwierig, schlecht ausgeleuchtet, suboptimal in der Warenpräsentation und wirken mit ihren Standard-Profilen und -Endkappen billig und lieblos.“

Aus welchen Gründen raten Sie zu Sonderanfertigungen?

„Die Außenwirkung einer gut gemachten Bedientheke wird vielfach unterschätzt. Standardmöbel können nicht die Antwort auf die gestiegenen Ansprüche der Konsumenten sein, das gilt für den LEH wie für Bars oder Bäckereien. ‚Heiße Theke‘, Kühlvitrinen und Kassentische können bei aller Funktionalität auch richtig schick aussehen und massiv zum Image eines Stores beitragen. Doch wird hier immer noch oft am falschen Ende gespart, statt sich technisch, energetisch und im Design innovativ aufzustellen.“